Überfall in Mehringen - Polizei-Einsatz an der Sparkasse
Polizeihauptmeister Andreas Romman mit Alina. (BILD: Frank Gehrmann)
Am frühen Morgen sind unbekannte Täter über ein Fenster in die Mehringer Sparkasse eingedrungen. Wegen der Ermittlungen war die Filiale geschlossen.
Mehringen/MZ.
„Sparkasse is’ nich’?“ Die junge Frau auf dem Fahrrad schaut verwundert auf die rot-weiße Polizeiabsperrung vor der Mehringer Filiale. „Doch, doch“, sagt einer der Polizeibeamten, „geht heute nur ein bisschen später los“. So wie die junge Frau müssen viele Kunden ihre Bankgeschäfte an diesem Vormittag verschieben. Denn in der Nacht oder am frühen Morgen sind Einbrecher über ein Seitenfenster am Gebäude in die Filiale eingedrungen, haben einen Hausmeister beraubt und sind dann geflüchtet.
Spurensicherung. Die Täter kamen übers Fenster ins Gebäude.
Wie groß müssen Schreck und Angst des Hausmeisters aus Aschersleben gewesen sein, als er bei Dienstantritt von zwei maskierten Personen überwältigt wurde. Laut Polizei haben die Täter dem Mitarbeiter einen pistolenähnlichen Gegenstand vorgehalten und ihm Brieftasche und Handy geraubt. Vermutlich wollten sie auf weitere Mitarbeiter warten, sind dann aber doch ohne weitere Beute geflüchtet. Der überfallene Mann blieb körperlich unverletzt, „er ist allerdings sehr aufgewühlt“, schildert Polizeihauptkommissar Henri Trautmann den Zustand des Betroffenen.
Sparkassenvorstand Hans-Michael Strube findet kaum Worte für die Gewissenlosigkeit von Menschen, „die andere in Todesangst versetzen. Das kann zu seelischen Schäden führen, die überhaupt nicht wieder gutzumachen sind“, sagt er. Das Vorgehen der Täter ist für ihn umso unverständlicher, „weil es in den Filialen kaum noch Bargeld gibt. Ein Überfall macht heute eigentlich keinen Sinn mehr.“ Dass die Fenster in Mehringen nicht vergittert sind, ist für den Vorstands-Chef nicht ungewöhnlich. „Irgendwie kommen die Täter auch mit Gitter rein.“ Wichtig sei, dass die Sicherheitsvorschriften im Inneren der Filiale eingehalten sind. „Und das sind sie, da achtet schon die Versicherung drauf“, bekräftigt er.
Hinweise, wohin die Täter geflüchtet sind, gibt es am Vormittag noch nicht. Ein Polizeihubschrauber und ein Fahrzeug sind im Einsatz, um die Gegend abzusuchen.
Gegen 9.30 Uhr trifft Polizeihauptmeister Andreas Romann von der Diensthundeführergruppe Harz mit seiner Fährtenhündin Alina ein. Doch ehe sie die Spur aufnehmen kann, muss Romann den Einsatz des Tieres akribisch vorbereiten. Er legt sterile Mullkompressen auf die Fußspuren im weichen Boden der Rabatte. Anschließend dichtet er die Stellen mit Alufolie ab, damit die Kompressen den Individualgeruch des vermeintlichen Täters annehmen können. Das braucht ungefähr eine Viertelstunde, dann darf Alina, eine Herderhündin, endlich ran. Die Kompressen, die inzwischen in einer Tüte stecken, werden ihr vorgehalten. Im Nu hat sie die Fährte aufgenommen. Dann rast sie los - in Richtung Wipper, wo sich Gartenanlagen befinden und sich die Spur verliert.
Mitteldeutsche Zeitung vom 29.04.2013 10:40 Uhr von Kerstin Beier