Schulfamilie packt kräftig an

Die Mehringer haben den Schulhof auf Vordermann gebracht. (FOTO: F. GEHRMANN)
MEHRINGEN/MZ. "Wie sagt man? Viele Hände, schnelles Ende." Ralf Meyer freut sich. Dass es viele Hände werden würden, die anpacken, das wusste er - auf die Mehringer sei schließlich Verlass. Aber so viele? "Allein in den ersten 24 Stunden nach dem Aufruf haben sich schon mehr als 30 Leute bereit erklärt, zu helfen", erzählt er. Weil die Hortkinder - sie werden nach dem Unterricht in Aschersleben in Mehringen betreut - den zugewucherten Pausenhof hinter der alten Grundschule seit geraumer Zeit nicht mehr nutzen konnten, fiel kurzerhand die Entscheidung den Platz in Eigeninitiative wieder auf Vordermann zu bringen.
Meyer kündigte das Vorhaben im Internet an und brauchte auf Zuspruch nicht lang warten. Und am Sonnabend rückte die Kolonne fleißiger Helfer wie versprochen an. Zu tun gab's viel: Das Unkraut musste beseitigt, der Rasen gemäht, und das Laub entsorgt werden, die Hecken und Pappeln brauchten einen neuen Beschnitt... Binnen weniger Stunden konnten der Pausenhof in Ordnung gebracht und die Gefahrenquellen beseitigt werden. Sehr zur Freude der Hortkinder, die sich wieder nach Herzenslust auf ihrem alten Pausenhof austoben können. Fehlen nur noch ein Volleyballnetz und Tornetze, so Meyer, in der Hoffnung, noch einen Sponsor zu finden.
"Wenn's drauf ankommt, sind sie alle da", ist Schulleiterin Silvia Wollmann einmal mehr angetan vom Engagement all jener, die sich der Grundschule, dem "Mittelpunkt der dörflichen Gemeinschaft", verbunden fühlen. Gern nutzt sie in dem Zusammenhang den Begriff der Schulfamilie: Zusammenhalt als Aushängeschild. Und Zusammenhalt war auch am Wochenende zu spüren. "Jeder hat sich irgendwie eingebracht", so Wollmann. Ralf Buchmann - er hat einen Hausmeisterdienst in Mehringen - stellte beispielsweise die Gerätschaften für den Arbeitseinsatz zur Verfügung.
Marius Fischer, der zum Helfen extra aus Frankfurt in die Heimat kam, sponserte die Getränke. Das Lehrerkollegium sorgte fürs leibliche Wohl, brachte Kartoffelsalat, Würstchen und anderes Essen mit.
Mitteldeutsche Zeitung VON SUSANNE THON, 28.10.12