«Holperpiste» wird zeitnah geflickt

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Umfrage in MehringenMit drei Anliegen wandte sich der Mehringer Heinz Leineweber an die MZ-Mitarbeiterinnen, hier Susanne Thon. (FOTO: FRANK GEHRMANN)
 
ASCHERSLEBEN/MZ. Stand und Sonnenschirm sind am Donnerstag noch gar nicht richtig aufgebaut gewesen, da haben die Mehringer schon das Gespräch gesucht. Wie immer, wenn die MZ vor Ort ist auf dem Platz an der Kreisstraße. Die Mehringer machen aus ihren Herzen halt keine Mördergrube und reden offen über das, was ihnen im Ort übel aufstößt, besonders gut gefällt, annehmbar oder durchaus verbesserungswürdig ist...


"Das Einzige, was hier fehlt, ist eine richtige Dorfkneipe", meint Peter Eichardt. Mal nach Feierabend ein Bierchen zischen, das könne er sich gut vorstellen. "Ansonsten sind wir hier wirklich gut versorgt", schaut er sich am Platz um - Lebensmittel, Blumen und einen Friseur gibt es. Und das sind nur einige Beispiele.

Auch Steffi Böhme fühlt sich in Mehringen wohl: "Hier macht nicht jeder seins." Seit knapp einem Jahr wohnt sie im Dorf. Direkt an der Hauptstraße. Und genau da liege ein Problem: "Ich verstehe nicht, weshalb sich noch niemand dafür eingesetzt hat, dass die Polizei hier mal kontrolliert", ärgert sie sich über Kraftfahrer, die "bestimmt mit 70 oder 80 Sachen durch den Ort feuern". Nicht auszudenken, was passiert, läuft ein Kind oder älterer Mitbürger auf der Fahrbahn. Denn um die Fußwege "ist es ja nicht besonders gut bestellt".

Das bestätigte auch Klaus Herbst. Der 81-Jährige kam gerade mit seiner Schwester (88) von der Sparkasse zurück und schimpfte über den schlechten Zustand der Gehwege. "Sonst nehmen wir ja den Rollator, aber gerade auf diesem Stück ist das unmöglich. Da müssten wir auf der Straße laufen und das ist ja lebensgefährlich", sagt der Rentner, der erst seit zwölf Jahren in Mehringen wohnt und sich hier noch im hohen Alter seinen Traum vom Haus erfüllt hat.

Ortsbürgermeister Albrecht Schneidewind wartete diesbezüglich mit guten Nachrichten auf: "Heute war ein Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamtes hier, um sich ein Bild vom Zustand der Gehwege entlang der Ortsdurchfahrt zu machen. Unsere kritischen Worte sind auf fruchtbaren Boden gefallen", freut er sich. Man habe mehrere Varianten durchgesprochen, um kurzfristig für die schlimmsten Stellen eine Lösung zu finden, ohne die Stadtkasse zusätzlich zu belasten. "Zugunsten der Fußwege werden andere Maßnahmen ins kommende Jahr verschoben", erklärte Schneidewind.

"Stets und ständig ist meine Toreinfahrt zugeparkt", machte sich Volkmar Thurau Luft, der direkt am Platz an der Hauptstraße wohnt. Obwohl gut sichtbar am Tor das Schild "Ausfahrt freihalten" angebracht ist, werde hier "munter drauflos geparkt", ärgert sich Thurau immer wieder über die Unvernunft der Autofahrer.

Gleich mit mehreren Anliegen wandte sich Heinz Leineweber an die MZ-Mitarbeiterinnen. Ihm tun die Mehringer Schüler leid, die seit Monaten täglich nach Aschersleben fahren müssen, weil die Schule im Ort baufällig ist. Für die Sanierung sei kein Geld da, wohl aber, um im Bestehornpark eine Turnhalle zu bauen, ärgert er sich. "Sinnvoller ist es doch, das in unsere Schule zu stecken", findet Leineweber. Auch von den Plänen des Bauwirtschaftshofes, die Arbeit in den Ortsteilen Mehringen, Drohndorf und Freckleben zu zentralisieren, hält er nichts. "Ich frage mich, wer sich das ausgefacht hat", wettert der Mehringer. Denn seiner Meinung nach bringe das keine Punkte - weder ökonomisch noch zeitlich. "Der Bauwirtschaftshof schafft's jetzt schon kaum, seinen Aufgaben nachzukommen", sagt er.
Und dann ist da noch das Parkverbot in der Westerbergstraße, das ihm missfällt. "Solange es die Straße gibt, durften wir beidseitig parken", beanstandet er, dass das seit dem Ausbau der Straße im vergangenen Jahr nicht mehr möglich ist. Dabei sollten doch 5,30 Meter Fahrbahnbreite ausreichen. Eben nicht, meint Schneidewind, denn die Durchfahrt für Einsatz- und landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge müsse gewährleistet sein.

Mitteldeutsche Zeitung VON ELFI SCHURTZMANN UND SUSANNE THON, 15.07.11

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