Goldener Herbst für Drohndorf/Mehringen

Goldener Herbst für Drohndorf/Mehringen

FSV Drohndorf MehringenChristian Laßbeck (Nr. 17) und Dominik Ernst bejubeln die momentane Erfolgswelle des FSV.  (BILD: thomas tobis)

Selbstvertrauen, Fitness, keine Verletzten - Der aktuelle Höhenflug von Tabellenführer Drohndorf/Mehringen hat verschiedene Ursachen. Das Derby gegen einen starken SSV Eintracht Winningen (3:1) gewannen die Spieler von Sebastian Otte, weil sie das abgezocktere Team waren.

Drohndorf/Mehringen/MZ. Es war im Mai dieses Jahres, der Sommer hielt schon Einzug in Deutschland, als die Spieler des FSV Drohndorf/Mehringen mit hängenden Köpfen vom Platz trotteten. In Eickendorf (1:4) wurde wieder einmal trotz ansprechender Leistung verloren, der Klassenerhalt war noch immer nicht gesichert. Einige Monate später - mittlerweile sind die Blätter goldig wie die Trikots der Drohndorf/Mehringer, es ist Herbst - spielt der FSV noch immer in der Salzlandliga und grüßt sogar seit vergangenem Wochenende als Mannschaft der Stunde von der Tabellenspitze. Das Derby gegen einen starken SSV Eintracht Winningen (3:1) gewannen die Spieler von Sebastian Otte, weil sie das abgezocktere Team waren. „So einen Sieg hätten wir in der letzten Saison nicht gelandet“, erklärt der Coach. Doch wo liegen die Ursachen für diese positive Entwicklung? Die Mitteldeutsche Zeitung gibt einen Überblick:

Unterschiede zum Vorjahr:

In der letzten Spielzeit sammelte der FSV Drohndorf/Mehringen insgesamt nur 27 Zähler. Aktuell sind es nach neun Begegnungen schon 20 Punkte. Die derzeit beste Auswärtsmannschaft konnte in der vergangenen Saison nur einen Sieg auf des Gegners Platz landen und war damit das zweitschwächste Team in der Fremde. Kassierte der FSV zuletzt noch 2,1 Gegentore pro Partie, sind es momentan nur 1,3 Treffer, womit die Defensive um Keeper Christian Groß die sicherste der Staffel ist. Auch das größte Defizit der zurückliegenden Monate - die Chancenverwertung - konnte reduziert werden. 2012/13 erzielten die Schwarz-Gelben nur 1,3 Tore pro Spiel, 13/14 sind es satte 2,8. Also fast immerhin zwei Erfolgserlebnisse mehr pro Partie.

Gründe für den Aufschwung:

„Eine Ursache ist, dass wir in diesem Jahr einen größeren Kader besitzen und bisher von einer Verletztenmisere verschont geblieben sind“, erzählt Sebastian Otte. Im Vorjahr fiel beispielsweise Kapitän Frank Hartmann monatelang aus. Von den Neuzugängen konnte sich zwar Michael Schwab einen Stammplatz erkämpfen, doch ist dieser als Nachfolger auf der Liberoposition von Mike Wohlfeil umso wichtiger. Aber auch Fabian Vandrey, aus Neundorf gekommen, spielt eine entscheidende Rolle. „Er ist als Co-Trainer für die Kondition verantwortlich und hat die Jungs richtig fit gemacht“, weiß Otte. Als Beleg dienen zwei Last-Minute-Siege gegen Giersleben und Eickendorf, die das Selbstvertrauen anwachsen ließen. Im Vorjahr endeten viele solcher Spiele noch mit einem Unentschieden. Auch die anfängliche Abhängigkeit von Torjäger Tim Kilian hat sich gelegt. Inzwischen treffen auch andere Akteure. Gegen Winningen schwangen sich Carlo Bochnig und Christian Laßbeck zu den Matchwinnern auf. „Grundsätzlich passt das Mannschaftsgefüge, zudem herrscht Ruhe auf dem Platz“, so Otte.

Wie es weitergehen soll:

„Wir genießen es erstmals, an der Spitze zu stehen“, sagt Sebastian Otte, der bei seinen Spielern eine Gier beobachtet hat, sich oben festbeißen zu wollen. Zunächst stehen zwei weitere Heimspiele auf dem Programm. Noch ist der FSV zu Hause ungeschlagen, doch Otte warnt: „Wir müssen immer einhundert Prozent abrufen, um zu bestehen.“ In der Hinrunde kommt es in Drohndorf auch noch zum direkten Duell mit dem derzeit ärgsten Verfolger vom SV Einheit Bernburg. Dieser kann allerdings in seinem Nachholspiel dem FSV die Tabellenführung wieder abnehmen. „Für den Aufstieg gibt es sowieso andere Favoriten“, weiß Sebastian Otte und fügt hinzu: „Unser Ziel bleibt es, unter den ersten acht zu landen. Als Überraschungsteam fühlen wir uns aber sehr wohl.“

Mitteldeutsche Zeitung von Erik Schmidt 22.10.2013 19:41 Uhr

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