Eisige Kälte bringt den Spitzenwert

Eisige Kälte bringt den Spitzenwert

offizielle WetterstationEine offizielle Wetterstation steht auf dem Grundstück des Mehringers Rolf Streller. Von dort wurden Spitzenkältewerte gemeldet. (FOTO: MARION POCKLITZ)

MEHRINGEN/MZ. Es war eine kalte Nacht und für die kleine Wippergemeinde Mehringen eine ganz besondere noch dazu. Denn mit den dort offiziell gemessenen 15,9 Grad minus wurde sogar der Spitzenwert in ganz Deutschland erreicht.

Die Online-Wetterstation, die diesen Wert zum Zentralcomputer des Deutschen Wetterdienstes gemeldet hat, steht auf dem Grundstück der Familie Streller in Mehringen. Seit 2007 werden von dort aus die Werte gemeldet. Seit Januar dieses Jahres sogar ganz automatisch, so dass Hobby-Wettermann Rolf Streller kaum noch etwas zu tun hat. "Das macht jetzt alles der Computer", sagt er. Nur die Schneehöhe müsse er noch manuell messen.



Ganz überrascht war der Mehringer allerdings davon, dass ausgerechnet die Wippergemeinde der kälteste Ort Deutschlands sein soll. "Das hatten wir noch nie", weiß er mit Bestimmtheit. Der Wind komme aus Nordosten, das erkenne er ganz genau an der Stellung der Windkrafträder, und wehe von dort genau in das Tal. Vielleicht sei es deshalb so kalt. "Doch nicht nur die Nacht vom Montag zum Dienstag, sondern auch der gestrige Morgen war so kalt", sagt Rolf Streller. Genau um 6.50 Uhr zeigte das Thermometer die 15,9 Grad minus erneut an. Doch ob das auch wieder ein Spitzenwert war, kann der Hobby-Wettermann nicht beantworten.

Das Ablesen der Gradzahlen sei tagtäglich noch um die gleiche Uhrzeit für ihn Ehrensache. "Obwohl ich das nicht mehr müsste, denn es geht ja alles automatisch", zuckt er mit den Schultern. Morgens, mittags und abends wurde bis zum Ende des vergangenen Jahres die vorhandene Sichtweite, die Bewölkungsmenge und die Schneehöhe nach Offenbach von ihm gemeldet. Die Station lieferte bis dahin nur Daten über die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Beides wird übrigens von sensiblen Sensoren in zwei Meter Höhe gemessen. "In Erdnähe war es dann sogar noch kälter", weiß er aus Erfahrung.

Seitdem bekannt wurde, dass Mehringen der kälteste Ort war, hat Rolf Streller jede Menge zu tun. Journalisten fragen immer wieder nach der Wetterstation. Sogar das vollbeladende Auto mit dem letzten Einkauf hat er erst einmal draußen stehen lassen müssen. Doch hoffentlich nicht so lange, denn noch immer ist es sehr kalt in der Wippergemeinde.

Mitteldeutsche Zeitung VON MARION POCKLITZ, 01.02.12

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