Autoreifen unbemerkt an vereistem Feldweg beseitigt

Autoreifen unbemerkt an vereistem Feldweg beseitigt

Die Polizei ermittelt gegen Unbekannte, die in Mehringen mehr als 200 Reifen deponiert haben
Autoreifen an der Walkmühle
Die Autoreifen wurden am Ortsrand von Mehringen an der einstigen Walkmühle illegal entsorgt. (FOTO: FRANK GEHRMANN)

MEHRINGEN/MZ. Der idyllische Feldweg vorbei an der einstigen Walkmühle am Ortsrand von Mehringen wird gewöhnlich von Spaziergängern zum Wandern genutzt. Doch seit etwa vier Wochen ist von dem ländlichen Idyll wenig zu spüren. Stattdessen türmen sich drei meterhohe Reifenstapel in die Lüfte. "Das ist eine richtige Sauerei", findet beispielsweise der Spaziergänger Steffen Liebau aus Mehringen diese Art von illegaler Müllentsorgung, über die mittlerweile das gesamte Dorf spricht.



Seit dem letzten großen Schnee sollen die drei Haufen zum Teil angelehnt an der maroden Hauswand lagern. Wer dahintersteckt und wie die Autoreifen dorthin kamen, ist nicht bekannt. "Der Weg war bis vor kurzem vereist, da konnte man nicht hinlaufen", erzählt ein anderer Bürger.

Als der Reifenstapel entdeckt wurde, habe man sofort das Ordnungsamt der Stadt Aschersleben informiert. "Das ist aber schon drei Wochen her und bis jetzt ist noch nichts passiert", erzählt der Mehringer weiter.

"Das ist ein Schandfleck, der so schnell wie möglich verschwinden sollte", fordert er außerdem. So schwer könne das nicht sein, denn die "Entsorger" hätten vergessen, die Kennzeichen auf den Reifen zu entfernen. In gelber Schrift sind an einigen der Autoreifen sogar Namen der Reifenbesitzer deutlich lesbar.

"Uns ist der Fall bekannt", bestätigte Anke Lehmann, Pressesprecherin der Stadt Aschersleben. Sowohl der Landkreis wurde informiert als auch Strafanzeige bei der Polizei gestellt. Noch würden die Ermittlungen der Polizeibeamten in dem Fall andauern, bestätigte Polizeisprecherin Katja Loichen-Kurth.

"Wir gehen davon aus, dass der Verursacher gefunden wird und die Reifen entsorgt", zeigte sich Anke Lehmann von der Stadt Aschersleben zuversichtlich, dass die Ordnungshüter den oder die Müllentsorger in naher Zukunft aufspüren.

In letzter Instanz wäre jedoch das Ordnungsamt der Einestadt für die Entsorgung der Reifenstapel zuständig. "Dafür müsste uns der Landkreis aber erst die Freigabe erteilen", führte Lehmann weiter aus. Bis jetzt sei dies aber noch nicht geschehen.

Falls die Müllverursacher ausfindig gemacht werden, müssen diese nach Angaben von Ursula Rothe, Pressesprecherin des Landkreises, mit hohen Geldstrafen rechnen. "Handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, sieht das Kreislaufwirtschafts- / Abfallgesetz Bußgelder bis zu einer Höhe von 50 000 Euro vor. In jedem Fall kommen die Verfahrenskosten und die Entsorgungskosten noch drauf", sagte Rothe. Die Aufklärungsquote bei den größeren Fällen wie dieser Reifenablagerung sei doch recht hoch.

Mitteldeutsche Zeitung VON KATHARINA THORMANN, 15.03.10

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