«Adventsexpress» schnauft in Richtung «Villa Kunterbunt»

Große Freude herrschte bei den Kindern der "Villa Kunterbunt". (FOTO: FRANK GEHRMANN)
MEHRINGEN/MZ. Großer Bahnhof in der "Villa Kunterbunt" in Mehringen. Und das nicht nur, weil hier in den Tagen vor dem Fest der "Adventsexpress" schnauft, ein Weihnachtskalender in Form einer Eisenbahn. Sondern auch, weil sich Besuch angemeldet hat zum "Überraschungstag" in der Kindertagesstätte: Wolfgang Gresch, Geschäftsführer der Rulmeca Germany GmbH, die in der Wilslebener Straße in Aschersleben unter anderem Antriebselemente für Förderanlagen herstellt, Kathleen Werner, die die Kinder kennen, weil ihr Sohn, der dreijährige Karl, die "Villa Kunterbunt" besucht, und die MZ-Mitarbeiter.
Werner stieß im November beim Lesen der MZ auf die Weihnachtsaktion und dachte, das kommt ganz gelegen. "Es wäre schön, wenn Sie uns helfen könnten", schrieb sie damals in einer E-Mail an die Redaktion. Denn der selbst gebastelte
Weihnachtsexpress sollte in der Kindereinrichtung natürlich nicht leer Station machen. Hätte er zwar sowieso nicht, weil die Eltern jeweils ein Päckchen für ihr Kind beisteuerten. Doch neben den individuellen Geschenken waren auch Präsente für die Allgemeinheit vorgesehen, für die Freizeitgestaltung innerhalb der Gruppen. Kleinigkeiten ursprünglich. Mit entsprechender Hilfe aber konnten die Geschenke etwas größer ausfallen. Gresch sagte seine Hilfe zu, als er vom Wunsch der Mehringer erfuhr. 100 Euro stellte die Firma zur Verfügung, von denen ein CD-Player, CDs, eine Spielesammlung, Malfarbe und Stifte gekauft wurden.
"Geschenke...!!!" Sofort fielen den Kindern die hübsch verpackten Päckchen ins Auge. "Heute ist doch noch gar nicht Weihnachten", hörte man im Stimmgewusel, aber auch: "Ich nehme das Große" und "ich möchte das hier", "ich das da" und "ich das". Leer ging niemand aus, denn "die Geschenke sind für alle", bereitete der Rulmeca-Geschäftsführer den Mädchen und Jungen damit doch eine riesige Freude. Die bedankten sich bei ihm mit einem Lied - "Guten Tag, ich bin der Nikolaus".
Dann war die Aufmerksamkeit wieder den Geschenken gewiss. Die lagen noch verpackt unter dem Weihnachtsbaum. Logisch, dass das nicht mehr lange so blieb. Dass sie die jetzt auspacken dürfen, das ließen sich die Kinder von Ilona Trimpert, der Leiterin der Kindertagesstätte, nicht zweimal sagen.
Mitteldeutsche Zeitung VON SUSANNE THON, 13.12.10